Inventar



Seit 1895, als „Die Kunstdenkmale des Königreiches Bayerns vom elften bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts“ mit dem Inventar der Stadt Ingolstadt begannen, ist die Reihe inzwischen auf über hundert Bände angewachsen. Das Inventar behandelt die Denkmäler einer historisch gewachsenen politischen Einheit in einer gründlichen wissenschaftlichen Studie: Kirchen, Klöster, Schlösser, Rathäuser, Bürgerhäuser, Bauernhäuser, Kapellen, Flurdenkmäler. Diese Art von Geschichtsschreibung legt besonderes Augenmerk auf die Vermittlung des Gegenstandes, also auf eine beschreibende Darstellung sowie eine wissenschaftliche Quellensammlung.
Inventare sind keine abgeschlossenen historischen Abhandlungen, sie sollen das aktuelle publizierte Denkmalwissen unter Einarbeitung der Ergebnisse der praktischen Bau- und Kunstdenkmalpflege spiegeln und für weiterführende Forschung verfügbar machen. Sie sind in ihrer Praxisbezogenheit aber auch eine speziell für die Denkmalpflege entwickelte Grundlagenforschung. Das Inventar unterstützt damit den Anspruch der praktischen Denkmalpflege, auf der Grundlage wissenschaftlich nachvollziehbarer Forschung zu agieren. Kenntnis der Objekte und ein kombiniertes Quellen- und Objektstudium sind die Voraussetzungen für die Entwicklung adäquater Behandlungsmethoden für die denkmalpflegerische Praxis.
Natürlich sind die Ansprüche an das Inventar mit der erweiterten Forschungslage und mit einer im Laufe der Jahrzehnte veränderten Denkmalbeurteilung kontinuierlich gestiegen, hat sich die Anzahl der im Inventar seit 1895 zu behandelnden Objekte vervielfacht.
Mit der 1995 begonnenen Neuen Folge „Die Kunstdenkmäler von Bayern“ hat sich das Landesamt auf diese Entwicklung eingestellt: Da die Bearbeitung ganzer Städte und Landkreise kaum noch zu bewältigen ist, wurde die Reihe für die Inventarisation von Einzelobjekten geöffnet. In den Bänden wird der intensiven Bearbeitung der Objekte eine historisch-topographische Abhandlung vorausgestellt, welche die Entwicklung des Bearbeitungsgebietes und seiner Denkmallandschaft aufzeigt und überregionale Zusammenhänge aufdeckt.
Zur Ergänzung dieser sog. Großinventare wurde ab den späten 1950er Jahren eine Anzahl von Alt-Landkreisen und Städten in der Reihe „Bayerische Kunstdenkmale“ (sog. Kurzinventare) bearbeitet. Darüber hinaus entstanden zwischen 1972 und 1993 für drei Städte (Amberg, Burghausen, Regensburg) „Baualterspläne zur Stadtsanierung“. Auch diese Veröffentlichungen dienten der Bereitstellung von fundierten Erkenntnissen für die praktische Arbeit. Die erschienen Bände dieser beiden inzwischen eingestellten Reihen sind in der unten aufzurufenden Liste ebenfalls verzeichnet.

Inventar: Liste als Pdf