Lineare Projekte

Seit Ende 2004 werden die linearen Bauprojekte des staatlichen Straßenbaus (Bundesautobahnen, Bundesstraßen und Staatsstraßen), des Wasserstraßenbaus, des Schienenverkehrs und des überregionalen Versorgungsleitungsbaus zentral in München bearbeitet.

Für die Bodendenkmäler in linearen Projekten gelten dieselben Schutzbestimmungen wie für diejenigen in Bauleitplanungen. Im Fall von bekannten, vermuteten oder den Umständen nach anzunehmenden Bodendenkmälern im Bereich von Baumaßnahmen ist nach Art. 7,1 BayDSchG eine denkmalrechtliche Erlaubnis bei dem jeweils zuständigen Landratsamt einzuholen. Im Fall von Plangenehmigungen oder Planfeststellungen werden die notwendigen Auflagen zum Schutz und Erhalt der Bodendenkmäler in Form von Auflagen in den Nebenbestimmungen der Beschlüsse festgelegt.

Die Finanzierung von bodendenkmalpflegerischen Maßnahmen wird in der Regel durch den Maßnahmeträger übernommen. Beim Neu- oder Ausbau von Staatsstraßen gilt dagegen: Ist die Gemeinde der Maßnahmeträger, können die bodendenkmalpflegerischen Maßnahmen als Teil der Baumaßnahme im Rahmen der Gemeindeverkehrsfinanzierung bezuschusst werden. Ist der Freistaat Maßnahmeträger, trägt der Freistaat die entstehenden Kosten; die Abrechnung erfolgt über das BLfD.

Die Aufgaben in der Stabstelle umfassen die Gutachtenerstellung, Vorbereitung von Vereinbarungen und denkmalfachlichen Anforderungsprofilen, die Kontrolle der Ausgrabungen und der Grabungsdokumentationen, das Mitteilen von Fundeigentum sowie das Herstellen von interdisziplinären und -institutionellen Kontakten bei speziellen Fragestellungen im Bereich Anthropologie, Osteologie, Dendrochronologie, Paläobotanik, Geoarchäologie, Sedimentologie und weitere naturwissenschaftliche Datierungs- und Herkunftsbestimmungsmethoden. Eine Zusammenarbeit mit Universitäten und Staatssammlungen besonders im Hinblick auf wissenschaftliche Bearbeitungen erfolgt jeweils projektbezogen.

Die archäologischen Maßnahmen (Sondagen, Ausgrabungen) sollen so früh wie möglich in den Bauzeitenplan eingebunden werden, um mögliche Risiken im Hinblick auf Baubehinderung im Vorfeld reduzieren zu können. Um dies in Zukunft immer besser zu ermöglichen ist es wichtig, die Daten zu Bodendenkmälern aus den systematisch untersuchten Trassen im Hinblick auf die Vorhersagbarkeit von Bodendenkmälern auszuwerten und diese Ergebnisse bei der Vorbereitung von neuen Planungen einzubeziehen.

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Lineare Projekte
Dr. Stefanie Berg-Hobohm
Telefon-Nr.: 089/2114-392
Fax-Nr.: 089/2114-407
E-Mail: Stefanie.Berg-Hobohm@blfd.bayern.de


Ausgewählte Informationen zu bereits durchgeführten Projekten
(Veröffentlichungen aus "Das Archäologische Jahr in Bayern" 2006, 2007 und 2008, Theiss-Verlag und
Denkmalpflege Informationen Nr. 145 und 146)
Ausgrabungen im Bereich von Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen:
Ausgrabungen in der Trasse der Ortsumfahrung Heroldingen - Hoppingen
Ein römisches Grabmal an der B 25 bei Möttingen
Hund oder Katz? Ein Aquamanile aus einer mittelalterlichen Wüstung bei Adelzhausen
Drei vorgeschichtliche Brunnen aus Aschheim
Ein spätlatènezeitlicher Kessel aus Malching
Possessio que appellatur Lucelenvelde - Ausgrabungen in der mittelalterlichen Wüstung Lützelhof
Römische Fass- und Kastenbrunnen im Vicus von Munningen
Fässer und Brunnen - Holzerhaltung im römischen Vicus bei Munningen
Landesausbau im Spätmittelalter: Eine neu entdeckte Siedlung bei Boos
Eine hochmittelalterliche Wüstung und ein spätmittelalterlicher Töpferofen von Boos
Schnurkeramische Bestattungen an der markgräflichen Chaussee bei Oberickelsheim
Frühbronzezeitliche Hausgrundrisse unter neuen Straßen im Landkreis Erding

Ausgrabungen in Fernversorgungsleitungen:
Ein frühmittelalterliches Gräberfeld bei Markt Einersheim
Von Münchsmünster bis Nördlingen: Ausgrabungen in der EPS-Pipelinetrasse
Raffiniert gegürtet - Eine mittellatènezeitliche Gürtelkette aus Egweil
Linearer Schnitt im Randbereich des Vicus von Pförring
Wasserfernleitungen in Bayern - terra incognita für Bodendenkmäler?
Kleinräumige Landschaftsrekonstruktion: Beispiel einer Trassengrabung im Nördlinger Ries