Dendrochronologie
Die Begriff Dendrochronologie ist dem Altgriechischen entlehnt (Dendron = Baum, Chronos = Zeit, Logos = Kunde). Er bezeichnet eine jahrgenaue Datierungsmethode. Bei dieser Methode wird über den Vergleich der Jahrringfolgen eines Holzes eine zeitliche Zuordnung des Holzes möglich. Die Methode findet in der Archäologie, der Bau- und Kunstgeschichte und in den Geowissenschaften breite Anwendung.
Bäume weisen unter identischen Klima- und Standortbedingungen einen ähnlichen Jahreszuwachs auf. Die dabei entstehenden individuellen Jahrringmuster (Abfolgen von schmalen und breiten Jahrringen) können optisch miteinander verglichen und zeitlich eingeordnet werden.
Nach der Probenentnahme in Form von Scheiben oder Bohrkernen und der Aufbereitung der Proben erfolgt die Vermessung der Jahrringbreiten mit Hilfe eines Auflichtmikroskops. Die Messergebnisse werden für den optischen Vergleich graphisch umgesetzt. Es entsteht ein charakteristisches Kurvenmuster. Die Kurvenmuster verschiedener Hölzer werden miteinander verglichen. Finden sich Übereinstimmungen zwischen den Kurven, wird rechnerisch eine Mittelkurve gebildet. Mit Hilfe statistischer Computerprogramme (Korrelationsprogramme) wird die Mittelkurve zur Deckung mit dem Jahrringkalender gebracht. Für eine bessere Vergleichbarkeit werden die Kurven geglättet. Eine Datierung ergibt sich aus der Endposition der Kurve im Jahrringkalender. Damit die Zeitangabe jahrgenau ist, muss der letzte Wuchsring (Waldkante) des Baumes vorhanden sein.
