Restaurierung Archäologie und Dendrolabor
Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege betreibt seit seiner Gründung eigene Restaurierungswerkstätten, die, den Fachbereichen entsprechend, in den Abteilungen Restaurierung Bau- und Kunstdenkmäler, Restaurierung Archäologie und Dendrolabor und bei der Denkmalerfassung und -forschung (Zentrallabor) angesiedelt sind.
Die Anfänge der archäologischen Restaurierung reichen schon bis in die Zeit vor seiner Gründung, nämlich ins Jahr 1901, zurück. Heute ist das Referat B V Restaurierung Archäologie und Dendrolabor, dem neben dem wissenschaftlichen Referatsleiter momentan 11 Restaurator/innen und ein Dendrochronologe angehören, in den Dienststellen München, Bamberg, Regensburg und Thierhaupten vertreten. Dort werden in den Restaurierungswerkstätten archäologische Funde von Restauratoren fachgerecht bearbeitet (Restaurierung / Konservierung). Die in Bamberg eingerichtete Konservierung archäologischer organischer Reste bildet innerhalb dieses Fachbereichs einen Schwerpunkt. Das Dendrolabor, in dem archäologische Hölzer datiert, technomorphologisch und naturwissenschaftlich untersucht und dokumentiert werden, hat seinen Sitz in Thierhaupten.
Ziel und Aufgabe des Referates ist der Erhalt archäologischer Funde ab dem Zeitpunkt der Auffindung. Der Schwerpunkt liegt demnach auf präventiven und konservierenden Maßnahmen, die weiterem Zerfall und Informationsverlust vorbeugen. Diese beginnen bei grabungsnahen Tätigkeiten mit der Beratung von Grabungsfirmen zur Grundversorgung archäologischer Funde sowie der sich daran anschließenden Versorgung grabungsfrischer und instabiler Funde.
Das Tätigkeitsspektrum der Restaurator/innen umfasst unter anderem:
- Schwierige Bergungs- und Stabilisierungsmaßnahmen bei Ausgrabungen, besonders von organischen und konservatorisch problematischen Materialien
- Bestandserfassung, Dokumentation und Beurteilung des Erhaltungszustandes
- Konservatorische Maßnahmen an grabungsfrischen und gefährdeten Funden (Erstversorgung)
- Erstellen von Restaurierungskonzepten
- Teilrestaurierung ausgewählter Funde zur wissenschaftlichen Auswertung
- Restaurierungen zur Weiterentwicklung und Überprüfung des Methodenspektrums und Erforschung im Hinblick auf den Erhalt der Denkmalsubstanz, der Erstversorgung und der Denkmalforschung
- Ausarbeitung von Vorgaben und Empfehlungen zu allen Fragen der Substanzerhaltung, d.h. der Bergung, Konservierung, Restaurierung, Umgang und Lagerung von der Ausgrabung bis zur materialgerechten Aufbewahrung
- Beratung von Grabungsfirmen, Museen, Kreisarchäologen, Privatsammlungen, Ehrenamtlichen und Studenten, aber auch von Fundeigentümern und Gemeinden bei der Ausschreibung archäologischer Komplexe für die Vergabe an selbständige Restauratoren
Naturwissenschaftliche Fragestellungen können im Zentrallabor mit Hilfe chemisch-physikalischer Untersuchungsmethoden geklärt werden.
Ein enger fachlicher Austausch besteht mit der Restaurierung der Archäologischen Staatssammlung in München (ASM). Dies betrifft insbesondere alle Funde in Staatseigentum, die dauerhaft von der Archäologischen Staatssammlung verwahrt und gepflegt werden.
Alle menschlichen Knochen und tierischen Reste, die bei den Ausgrabungen geborgen werden, übernimmt die Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie (SAPM) bzw. die Zoologische Staatssammlung (ZSM) in München.
In der Projektwerkstatt in München können Fundkomplexe restauratorisch in Kofinanzierung mit Fundeigentümern / Gemeinden bearbeitet werden.
Darüber hinaus werden in München und Bamberg zur Vorbereitung eines Fachstudiums einjährige studienvorbereitende Praktika angeboten. Beginn ist stets der 01. Oktober. Studenten/innen der Restaurierung haben die Möglichkeit studienbegleitende Praktika, Semesterprojekte oder Studienarbeiten zu absolvieren und Studienarbeiten zu verfassen.
