Das Referat B II Niederbayern
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Das Referat B II mit der Dienststelle Regensburg umfasst die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz. Niederbayern war und ist wegen seiner fruchtbaren Böden ein ländlich strukturierter Raum. Städte mit über 30.000 Einwohner lassen sich mit Landshut, Passau, Straubing und Deggendorf an einer Hand abzählen. Die Oberpfalz weist zwar eine ähnlich geringe Bevölkerungsdichte auf, ist aber wegen der montanen Tradition wesentlich stärker industriell geprägt.
Das Arbeitsgebiet des Referates zeichnet sich durch eine Vielfalt verschiedener Landschaftstypen aus. Zu nennen wären hier die Steinpfalz und der Oberpfälzer Wald mit ihrem rauhen Klima und armen Böden im Nordenosten; das Mittelgebirge des Bayerischen Waldes mit seinen großen Forsten und schneereichen Wintern im Osten; die fränkische Alb mit ihrer verkarsteten Hochfläche und den tief eingeschnittenen, felsigen Tälern im Nordwesten sowie dem Tertiären Hügelland mit seinen sanften Hügeln, breiten Tälern und fruchtbaren Böden im Süden. Die Mitte bildet der zur Donau hin sanft abfallende Gäuboden zwischen Regensburg und Künzing. Mit seinen reichen Lößböden war er schon immer die Kornkammer Bayerns.
Der Vielfalt der Landschaft entspricht das breite Spektrum an Bodendenkmälern. Das in die Frankenalb eingetiefte Altmühltal ist, was die Kultur der eiszeitlichen Jäger betrifft (Paläolithikum), die bedeutendste Fundlandschaft Bayerns. Die nachfolgende mittlere Steinzeit ist dagegen gehäuft in der nördlichen Oberpfalz anzutreffen. In der Jungsteinzeit liegt wegen der fruchtbaren Böden der Schwerpunkt im Gäuboden. Hier findet man eine seltene Dichte nicht nur an Siedlungen, sondern auch an großen, grabenumhegten Befestigungen und Kultplätzen dieser Zeit.
In der Bronzezeit zeichnet sich die westliche Oberpfalz durch ihre reichen Grabhügelfunde aus. Der Gäuboden gewinnt wiederum in der Urnenfelderzeit mit Friedhöfen von oft weit über 500 Bestattungen besondere Bedeutung. Reiche Grabhügelfunde der Hallstattzeit kennt man sowohl aus der westlichen Oberpfalz als auch aus dem tertiären Hügelland. Dieses wie auch der Gäuboden liefern auch viele Überreste von graben- und palisadenumhegten Gutshöfen dieser Zeit, in denen die frühkeltische Oberschicht wohnte und wirtschaftete.
Das bedeutendste Bodendenkmal der nachfolgenden Latènezeit ist die 660 ha große spätkeltische Stadt "Alkimoenis" auf dem Michelsberg bei Kelheim.
Die wichtigste Römerstadt war Regensburg (Castra Regina), Garnison einer Legion und militärisch Hauptort der Provinz Raetia (Römerzeit). Daneben gab es aber noch eine ganze Anzahl kleinerer Militärsiedlungen wie Straubing (Sorviodurum), Künzing (Quintana) und Passau (Batavis bzw. Boiodurum).
Für die Erforschung des frühen Mittelalters ist Straubing mit seinen nunmehr vier großen Reihengräberfeldern von ganz besonderer Bedeutung. Brennpunkte der Mittelalterarchäologie sind die alten Römerorte Regensburg und Passau sowie die frühen Wittelsbacher Gründungen Landshut, Straubing und Deggendorf.
Die Archäologie der Neuzeit widmet sich vor allem dem Oberpfälzer und Bayerischen Wald, wo es u.a. die Zeugnisse der montanen Vergangenheit zu schützen und zu erforschen gilt.
Der Schwerpunkt der bodendenkmalpflegerischen Arbeit liegt in den wirtschaftlich und bevölkerungsmäßig expandierenden Städten und ihrem Umland, allen voran Regensburg und Straubing, aber auch in Landshut, Passau und Deggendorf (Kommunalarchäologien) . Vorwiegend in Niederbayern schädigt darüber hinaus auch die intensive Landwirtschaft durch schleichende Bodenerosion, Bodenverdichtung und Überdüngung die Bodendenkmäler.
