Das Referat B III Mittelfranken
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Das Referat B III umfasst die Regierungsbezirke Mittelfranken und Schwaben mit der Dienststelle Nürnberg für Mittelfranken und der Dienststelle Thierhaupten für Schwaben. Geographisch bildet Mittelfranken eine Verbindungszone zwischen Donau und Maingebiet mit den Flussläufen Altmühl und Regnitz.
Schwerpunkte der archäologischen Arbeit in Mittelfranken bilden traditionell die historischen Stadt- und Ortskerne (Mittelalter), die Betreuung der bedeutenden römischen Denkmäler (Römerzeit) im südlichen Arbeitsgebiet sowie die fundreichen Altsiedellandschaften im südlichen Albvorland und in der Windsheimer Bucht mit dem Uffenheimer Gäu. In der Vergangenheit haben sich in der Folge großer Bau- und Infrastrukturmaßnahmen gezielte Forschungen zur Siedlungs- und Landschaftsarchäologie der verschiedenen Perioden als weiter Arbeitsschwerpunkt herausgebildet, ferner Prospektionen (archäologische Prospektion) im bislang eher fundarmen zentralmittelfränkischen Keupergebiet, das in der Antike und während der prähistorischen Perioden Drehscheibe und Durchgangsland zwischen verschiedenen Kulturräumen war.
Das Referat Schwaben erstreckt sich von Lindau am Bodensee bis ins Nördlinger Ries. Die Donauzuflüsse Iller, Lech und Wörnitz dienten in der vor- und frühgeschichtlichen Zeit der Kanalisation des Verkehrs und Warenaustausches. Flüchtige Siedlungsspuren altsteinzeitlicher Jäger (Paläolithikum) finden sich im Donautal und Ries. Der vor 15 Millionen Jahren durch Meteoriteneinschlag entstandene Krater mit eiszeitlicher Lösbedeckung bot schon den Bauern der Jungsteinzeit gute Siedlungsbedingungen. Das mittelschwäbische Hügelland mit seinen Eisenerzvorkommen gewann während der Metallzeiten an Bedeutung. Dies belegen ausgedehnte Grabhügelfelder der Hallstattzeit und später Einzelhöfe und Viereckschanzen keltischer Siedler der Latenezeit mit der Einrichtung stadtähnlicher Oppida. Seit der Zeitenwende verbindet die Via Claudia Augusta die Poebene mit dem Donauraum. Das Alpenvorland wird römische Provinz Raetia et Vindelicia. Zeugnisse mediterraner Stadtkultur, ein dichtes Straßennetz und zivilisatorische Leistungen sind bis zum Limes belegt (Römerzeit).
Ab dem 3. Jahrhundert nutzten die einfallenden Germanen das Lechtal als Einfallschneise (Völkerwanderungszeit. Im 8. und 9. Jahrhundert kam es zu Herrschaftsbildung des landständigen Adels. Es entstanden Befestigungen und Burgen, die einen beträchtlichen Anteil der obertägigen Denkmäler Schwabens ausmachen (Frühes und Hohes Mittelalter). Die Stadtarchäologien (Kommunalarchäologien) von Augsburg und Kempten sehen sich angesichts der dichten Besiedlungsgeschichte der Städte, insbesondere während der römischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Perioden, vor große Herausforderungen gestellt.
