Praktische Denkmalpflege: Bodendenkmäler



Seit mehr als 500.000 Jahren leben Menschen im heutigen Bayern. Archäologische Spuren haben sie in dieser Zeit viele hinterlassen: Sie reichen von der Altsteinzeit in den Höhlen der Fränkischen Alb über römische Landhäuser und den mittelalterlichen Vorgängern unserer heutigen Siedlungen bis hin zu Zeugnissen der jüngsten Vergangenheit.



Bodendenkmäler schützen

Gesetzlicher Auftrag der Denkmalpflege ist es, Bodendenkmäler zu erhalten und vor Zerstörung zu bewahren. Solange die Bodendenkmäler in ihren originalen Fundzusammenhang eingebettet bleiben, sind sie einzigartige Zeugnisse der Vergangenheit. Sie sind unser archäologisches Erbe im Boden. Wo Bauvorhaben und Planungsziele auf Bodendenkmäler treffen, können Interessenskonflikte entstehen. Hier beginnt die Arbeit der Praktischen Bodendenkmalpflege.



Bodendenkmalpflege bayernweit

In München befinden sich die Abteilungsleitung der Bodendenkmalpflege, die Referatsleitung Oberbayern / München sowie große Teile des Referates Restaurierung Archäologie und Dendrolabor. Dienststellen in Bamberg, Nürnberg, Regensburg und Thierhaupten gewährleisten den engen Kontakt der Gebietsreferenten zu den von ihnen betreuten Regierungsbezirken. In Thierhaupten arbeitet auch das Dendrolabor.



Prävention und Beratung

Die Praktische Bodendenkmalpflege informiert und berät Denkmaleigentümer, Bauherren, Investoren sowie Kommunen und Behörden bei allen Vorhaben im Umfeld von Bodendenkmälern. Ziel ist es, Bodeneingriffe im Bereich von Denkmälern zu vermeiden: Archäologische Ausgrabungen liefern wichtige Informationen, bedeuten aber immer auch die Zerstörung eines Bodendenkmals. Sie sind nur das letzte Mittel, um von dem Bodendenkmal zu retten, was noch zu retten ist.

Archäologische Maßnahmen finden nur dort statt, wo sie nach Abwägung aller Interessen unumgänglich sind: Als Fachaufsicht betreut die Abteilung Praktische Bodendenkmalpflege des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege diese Maßnahmen. Sie schlägt Alternativen vor, um Eingriffe in den Denkmalbestand zu verringern und entwickelt fachliche Standards für archäologische Ausgrabungen. Diese sichern eine einheitliche Qualität beim Freilegen, Bergen und Dokumentieren von Bodendenkmälern.

Die Gebietsreferate der Bodendenkmalpflege begleiten Planer und Bauherren während des gesamten Verfahrens: vom Eingang der erforderlichen denkmalrechtlichen Erlaubnis bis zur Vorlage der Grabungsdokumentation als Ersatz für das nun zerstörte Bodendenkmal.

Geht es um Projekte der Raumplanung, stehen zwei Referenten für das gesamte Gebiet des Freistaats zur Verfügung: Sie sind Ansprechpartner, wenn archäologische Welterbestätten wie z. B. der Limes von Planungen betroffen sind oder beispielsweise der Bau von Autobahntrassen bodendenkmalpflegerisch zu betreuen ist.



Archiv und Öffentlichkeit

Die Dokumentationen werden im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege geprüft und archiviert. Sie sind für wissenschaftliche Auswertungen verfügbar. Lösungen zum dauerhaften Archivieren des geborgenen Fundmaterials stehen im Mittelpunkt der Konservierung und Restaurierung archäologischer Funde und beweglicher Bodendenkmäler. Die Praktische Bodendenkmalpflege unterstützt die wissenschaftliche Auswertung und veröffentlicht die Ergebnisse der jährlich über 400 Ausgrabungen in Bayern.

Service: Fachliche Informationen der Bodendenkmalpflege.

Archäologische Ausgrabung

Letzte Rettung: Ausgrabung einer keltenzeitlichen Siedlung bei Schierling nahe Regensburg. Foto: Fa. ArcTron

Kastell Weissenburg

Ein Bodendenkmal aus der Luft: Das römische Kastell in Weißenburg. Foto: BLfD

Konservatorische Überdeckung

Alternativer Ansatz: Konservatorische Überdeckung eines Bodendenkmals in Manching. Foto: BLfD

Limes

Der Limes als heckenbestandener Schuttwall bei Eichstätt. Foto: BLfD

Raumplanung

Raumplanung und Bodendenkmäler: Ausgrabungen an der Autobahn 93 bei Pfreimd. Foto: BLfD