Fachbereich Textilien

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Das Arbeitsgebiet der 1979 in der Dienststelle Seehof bei Bamberg eingerichteten Textilrestaurierung umfasst nicht nur, wie landläufig angenommen, alte Kleider und verstaubte Teppiche. Die Bandbreite historischer Textilien reicht von archäologischen Fragmenten über Objekte aus dem höfischen, kirchlichen, sowie bürgerlichem Bereich bis hin zu allen Objekten aus Leder. In den meisten Fällen wird das textile Gewebe mit Metall, Papier, Glas, Stroh, Federn, Fischbein oder Edelsteinen kombiniert, was umfassende Kenntnisse der Materialkunde und Verarbeitungstechniken erfordert. Der regelmäßige Gebrauch, falsche Aufbewahrung, sowie Licht-, Klima- und Umwelteinflüsse aller Art hinterlassen auf dem sensiblen textilen Material ein deutliches Schadensbild. Durch die Erfassung des Erhaltungszustandes, sowie durch die Verknüpfung der Zusammenhänge zwischen Eigenschaften und Verhalten des textilen Materials wird die Erarbeitung von geeigneten Konservierungs- und Restaurierungskonzepten möglich, die vor allem dem Erhalt der Objekte und der Prävention dienen.
Zur praktischen Tätigkeit des Fachbereichs gehören die Bergung von Textilien, Voruntersuchungen sowie die Restaurierung und Konservierung kulturhistorisch bedeutsamer Objekte. Von größter Bedeutung ist dabei - wie auch in allen anderen Fachbereichen - die Beratung vor Ort. Hier soll unter dem Aspekt der Konservierung zu verantwortungsvollem Handeln angeregt werden, um den Fortbestand gefährdeter Textilien in ihrem Kontext von Bestimmung, Wirkung und Funktion durch adäquate Maßnahmen zu gewährleisten.
Die Restaurierungswerkstatt für den Fachbereich Textil wurde 2006 von der Dienststelle Schloss Seehof nach München verlegt.

Beuerberg, Fatschenkind
Beuerberg, Pfarrkirche St. Peter u. Paul. 2 Fatschenkinder wurden in der Werkstatt des BLfD restauriert. Aufnahmen nach der Restaurierung.

Eichstätt,  Antependium
Eichstätt, Schutzengelkirche, Antependium mit Bargello-Stickerei (um 1730), Gesamtaufnahme vor der Konservierung. Das Konservierungskonzept wurde in der Textilrestaurierung des BLfD entwickelt
Schloss Mespelbrunn, Taufkleid
Schloss Mespelbrunn, Taufkleid des Bischofs Julius Echter, vorbereitet zur Aufbewahrung, verpackt in schadstofffreien Materialien: alterungsbeständiger Wellpappkarton, Seidenpapier, Polyester Nadelfilz.