Fachbereich Gemälde

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Mit Gründung des Generalkonservatoriums 1908 wurden in den damals sogenannten Restaurierungsanstalten Gemälde konserviert und restauriert. Heute befasst sich dieser Fachbereich mit dem Erhalt von Leinwand- oder Holztafelgemälden, in seltenen Fällen auch auf Metall gemalte Bilder, die sich in Denkmälern wie Kirchen, Klöstern oder Schlössern befinden. Diese sind besonders in Kirchen wesentlicher Bestandteil des Raumkonzeptes, der Geschichte und Ikonographie des Denkmals. Die Gemälde haben unterschiedliche Funktionen wie beispielsweise als Altarblatt, Kreuzwegstationen oder Fastentücher.

Gemälde sind aufgrund ihres Bildträgers meist empfindlich und reagieren auf ihre klimatisch beeinflusste Umgebung. In früherer Zeit war diese weniger problematisch, da die Kirchen ungeheizt und die Fenster häufig bunt verglast waren. Im 20 Jh. führte der Einbau von Heizsystemen häufig zu wesentlichen Veränderungen des Raumklimas und damit schädigenden Einflüssen auf die empfindlichen Materialien, aus denen ein Gemälde gefertigt ist. Zudem wurden zu Beginn des 20. Jhs. häufig die Fenster ausgetauscht, so dass weit mehr Licht in den Kirchenraum kommt. Dieses führt wiederum an der Ausstattung und damit auch den Gemälden zu weiterer Schädigung der Farbschichten. Restaurierungsphasen in den Kirchen nahmen dadurch zu, gleichzeitig auch die Anwendung von „neuen“ Materialien und Methoden, die nicht immer zum nachhaltigen Erhalt des Kunstwerkes beigetragen haben.

Wir begegnen heute oft Gemälden, an denen die Umgebungsbedingungen sowie auch frühere Maßnahmen sich negativ ausgewirkt haben. Zudem hat man die Altarblätter und den sonstigen Bilderschmuck in den Kirchen häufiger Behandlungen unterzogen, da ihre ikonographische Präsenz es rechtfertigte und beispielsweise ein Hochaltarblatt nicht als „dunkler Fleck“ akzeptiert werden konnte. Als Folge stehen heute häufig Entrestaurierungen an, um die gut gemeinten Maßnahmen und Methoden vergangener Zeiten rückgängig zu machen.

Zur Klärung von Konzeptfragen zur Konservierung und Restaurierung wurden im Gemälderestaurierungsatelier folgende Projekte durchgeführt:

Irsee, ehem. Klosterkirche, heutigen kath. Pfarrkirche St. Peter u. Paul in Irsee, Fastentücher

„Gefangennahme“ vor der Restaurierung 2002
„Gefangennahme“ vor der Restaurierung 2002
Nach der Restaurierung 2004 am Altar aufgehängt.
Nach der Restaurierung 2004 am Altar aufgehängt.

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Nürnberg, St. Lorenz Kirche, Totenschild des Konrad Köpf, um 1400

Detail des Schildhintergrundes vor der Bearbeitung
Detail des Schildhintergrundes vor der Bearbeitung
Detail des Schildhintergrundes nach der Festigung und Oberflächenreinigung
Detail des Schildhintergrundes nach der Festigung und Oberflächenreinigung