Fachbereich Möbel (gefasste und holzsichtige Raumausstattung)
Ende der siebziger Jahre wurde am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege der Fachbereich Möbelrestaurierung eingerichtet. Dessen Aufgabenbereich ist die Konservierung bzw. Restaurierung holzsichtiger, teilweise auch gefasster Kunstwerke. Hierzu gehören Möbel, Holzdecken, Wandvertäfelungen, Türen, Portale oder auch Musikinstrumente. Das Hauptarbeitsgebiet liegt in der Betreuung von Sakralausstattungen, wie Kirchengestühle, Kanzeln, Altäre, Emporen und Sakristeiausstattungen. Bei der Konservierung und Restaurierung profaner wie sakraler Ausstattungen gilt es Lösungen zu erarbeiten, die einerseits die Bestandssicherung und damit die Bewahrung des geschichtlich überlieferten Zeugnisses zum Ziel haben, gleichzeitig aber auch den Erfordernissen der Nutzung gerecht werden. Häufig geht es dabei um Stabilisierungsmaßnahmen an Holzkonstruktionen, um Fragen der Ergänzungstechnik, der Schädlingsbekämpfung oder der Dekontaminierung, ausgelöst durch Konservierungsmittel oder Biozide.
Ein umfangreiches Forschungsprojekt, das durch insgesamt drei Publikationen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, trug entscheidend zum Verständnis der komplexen Herstellungstechniken historischer Lacke auf gefassten wie holzsichtigen Kunstwerken des 17. und 18. Jahrhunderts bei. Das Spektrum der Forschung erstreckte sich von der Archivrecherche historischer Rezepturen, deren praktischer Umsetzung, bis hin zur naturwissenschaftlichen Untersuchung historischer Überzüge. Die dabei entstandene Datenbank wird bis heute systematisch ausgebaut und umfasst mittlerweile auch Überzüge des 19. und 20. Jahrhunderts.
Auf Basis dieses und anderer Arbeitsschwerpunkte erfolgt in der Möbelrestaurierungswerkstatt die Erprobung neuer Konservierungsmaterialien oder die Entwicklung spezieller Konservierungstechniken, wozu beispielsweise Methoden zur Trennung transparenter Überzüge gehören (Abb. 3).
Umfangreiche Projekte der jüngeren Vergangenheit waren u. a.:
Altomünster, Lkr. Dachau, Pfarr- und Klosterkirche St. Alto, Ausstattung
Ettal, Lkr. Garmisch-Partenkirchen), Benediktinerabtei, Sakristeiausstattung
Landsberg am Lech, ehem. Jesuitenklosterkirche, Altarausstattung
Bamberg, ehem. Klosterkirche St. Getreu, Ausstattung
Schenkenau, Lkr. Pfaffenhofen, ehem. Schlosskirche, Ausstattung
Eichstätt, Schutzengelkirche, Ausstattung (Abb. 1)
Ortenburg, Lkr. Passau, Schloss, Kassettendecke im Rittersaal (Abb. 2)
Eichstätt, zu der bedeutenden Holzausstattung der Schutzengelkirche gehören die furnierten Altäre, Kanzel und Chorgestühl, wie auch das in Massivholz gearbeitete Laiengestühl und die Kommunionbank.

Schloss Ortenburg, Lkr. Passau, Rittersaal, Detail der Kassettendecke vor Beginn der Restaurierungsarbeiten. Die Aufnahme zeigt u. a. gelockerte und fehlende Hölzer in Folge eines Wasserschadens und Ausblühungen durch Schädlingsbekämpfungsmittel. Foto: Andreas Scheuch, München
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Erarbeitung einer Probefläche zur Trennung transparenter Überzüge (Abnahme eines Leinöl-Standölüberzugs zur Freilegung des ursprünglichen Harzlacks aus dem 18. Jahrhundert).
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