Praktische Denkmalpflege: Bau- und Kunstdenkmäler


Restaurierungswerkstätten

Die Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege haben mehr als 100 Jahre Erfahrung mit der Restaurierung von Bau- und Kunstdenkmälern: Die Werkstätten gibt es seit der Gründung des Amtes 1908. Ziel der Restaurierung in der Denkmalpflege ist der Erhalt des gesamten historischen Bestandes.



Restaurierung in den Werkstätten

Die Restauratoren des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege beraten und betreuen alle Kunst- und Kulturobjekte in Bayern, die Teil eines eingetragenen Baudenkmals sind.

Aufgabe der Werkstätten ist zunächst die fachliche Begleitung und Betreuung von Restaurierungsprojekten: Die Restauratoren entwickeln Restaurierungskonzepte, überprüfen die Qualität von Restaurierungsarbeiten und erarbeiten Richtlinien für Konservierung, Restaurierung und Dokumentation.

In einzelnen Fällen übernehmen die Werkstätten auch Restaurierungsarbeiten. Sie entwickeln und erproben dann neue Restaurierungskonzepte und Arbeitsmethoden. Die Restauratoren gehen nicht nur auf konzeptionelle Fragestellungen ein, sondern auch auf materialtechnische, methodische und ästhetische Aspekte. Zum Aufgabenfeld der Werkstätten gehört auch die Unterstützung von Forschungsprojekten.



Organisation der Restaurierungswerkstätten

Das Referat Restaurierungswerkstätten ist Teil der Abteilung Praktische Denkmalpflege: Bau- und Kunstdenkmäler. Das Referat ist in sieben Fachbereiche gegliedert: Gemälde, Metall, Möbel, Skulptur, Stein, Textil und Wandmalerei / Architekturoberfläche. Die Fachbereiche Holzkonstruktion sowie Mineralische Baustoffe sind Teil des Bauarchivs in Thierhaupten.

Die Werkstätten stehen in direkter Abstimmung mit den Gebietsreferenten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Bei naturwissenschaftlichen Fragestellungen arbeiten sie eng mit dem Zentrallabor zusammen.

Die Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bieten Volontariate für Restauratoren mit Studienabschluss sowie begleitende Praktika an.



Die Restaurierungswerkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege haben ihren Sitz in den Dienststellen München, Alte Münze, Schloß Seehof bei Bamberg und dem ehemaligen Kloster in Thierhaupten.



Aktuelle Projekte der Werkstätten

Sandsteinskulptur aus Bamberg

Fast bis zur Unkenntlichkeit verwittert ist die Figur der Maria Immaculata aus Grünsandstein, die sich derzeit in der Werkstatt des Fachbereichs Stein befindet: sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und war an einer barocken Hausfassade in Bamberg angebracht. In der Werkstatt des BLfD wurde sie nun untersucht. Dabei konnte u.a. festgestellt werden, dass die ursprüngliche Farbfassung wieder freigelegt werden kann - sie hat sich unter mehreren Farbschichten gut erhalten. Die Maßnahmen zur Konservierung des Sandsteins sind fast abgeschlossen; zudem wurden plastische Entwürfe zur Ergänzung der Teile erstellt, die durch die Verwitterung verloren gegangen sind. Mehr dazu lesen Sie in unserem PDF zu diesem Projekt.

EU-Projekt zu den Werken der Familie Straub

Aktuell beteiligt sich das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege an einem internationalen Projekt zur Erfassung des Werks der Künstlerfamilie Straub: Nach der Bewilligung im Herbst 2017 befindet sich ist das EU-Projekt „Tracing the Art of the Family Straub“ 2018 und 2019 in der Umsetzung. Es wird im Rahmen des Programms „Creative Europe - Culture Sub-programme (2014-2020) - Support to European cooperation projects - EACEA (Education, Audiovisual and Culture Executive Agency Culture)“ gefördert. Details dazu haben wir hier in einem PDF zusammengefasst.

Restaurierung brandgeschädigter Objekte aus dem Kloster Maria Medingen

Bei eine m Brand im Sommer 2015 wurde Kloster Maria Medingen in Mödingen, Lkr. Dillingen, schwer beschädigt. Insbesondere die Sakristei und die angrenzende Ebner-Kapelle trugen schwere Schäden davon. In den Werkstätten des BLfD werden Konzepte für die Konservierung und Restaurierung der wertvollen Ausstattung erarbeitet. Welche Erfolge dabei bereits erzielt werden konnten, können Sie in diesem PDF nachlesen.

Die Schutzmantelmadonna aus der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in München-Ramersdorf

Die Schutzmantelmadonna aus der katholischen Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt im Münchener Stadtteil Ramersdorf ist ein Tafelgemälde aus dem Jahr 1503. Es wird Jan Pollack bzw. seiner Werkstatt zugeschrieben. Die Kirche wird seit 2014 restauriert; das Gemälde, das sich in gutem Zustand befindet, wurde im BLfD gereinigt und, wo nötig, retuschiert. Am 15. August 2018 wird die Kirche wieder eröffnet, das Gemälde ist dann auch wieder in Ramersdorf zu bestaunen. In diesem PDF lesen Sie mehr zu diesem Projekt.

Barocke Altaraufsätze aus St. Sebastian in Kallmünz

Die katholische Nebenkirche St. Sebastian ist eine so genannte Pestkirche, errichtet 1713. Ihre Ausstattung entstammt einer ehemaligen Einsiedelei. Zu ihr gehören u.a. zwei kleine Schreine auf dem Hochaltar. Sie enthalten Keramikfiguren, die farbig gefasst sind und zum einen Die Unterweisung Mariens, zum anderen Johannes den Täufer bzw. Jesus als guten Hirten darstellen. Die Kirche wird umfassend restauriert, die beiden Schreine wurden im BLfD untersucht. Inzwischen sind sie gereinigt und stabilisiert; nach Abschluss der Arbeiten in der Kirche werden sie wieder ihren Platz am Hochaltar finden. Mehr zu dieser Restaurierung lesen Sie in diesem PDF.

Die Vereinsfahne der beabschiedeten Soldaten aus Traunstein

Nach den Napoleonischen Kriegen entstand in Traunstein der "Verein der beabschiedeten Soldaten". 1837 ließ dieser Verein zum Gedenken eine Fahne anfertigen, auf der das zeitgleich errichtete Kriegerdenkmal in Traunstein zusehen ist. Lange Jahre in einem Archiv verwahrt, gelangte die Fahne zur Untersuchung und Entwicklung eines Restaurierungskonzepts in die Werkstätten des BLfD. Textil- und Gemälderestauratoren arbeiten eng zusammen, um die Fahne so zu konservieren, dass sie künftig im Heimatmuseum in Traunstein ausgestellt werden kann. Was dafür nötig ist, können Sie in diesem PDF nachlesen.

Kassettendecke Schloss Ortenburg

Detail der hölzernen Kassettendecke in Schloss Ortenburg (Lkr. Passau).

Abnahme einer Wandmalerei

Abnahme einer Wandmalerei in den Werkstätten.

Kuppelmodell Murnau

Das Kuppelmodell Waldemar Kolmspergers für St. Nikolaus in Murnau.

Decke der Walhalla

Deckenplatte aus der Kassettendecke der Walhalla während der Restaurierung.

Fahne in Holzkiste - Vereinsfahne aus Traunstein

Die Fahne aus Traunstein in dem Zustand, in dem sie lange Jahre archiviert worden war. Foto: BLfD